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Lea Pietsch

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HR-PraxisPfeil rechts SymbolMitarbeiterführungPfeil rechts SymbolDas Reifegradmodell – Ein Asset in der Mitarbeiterführung

Das Reifegradmodell – Ein Asset in der Mitarbeiterführung

Als Recruiter:in, Peronalverantwortliche:r und Führungskraft stehst du kontinuierlich vor der Herausforderung zu beurteilen, wie gut ein:e Mitarbeiter:in Aufgaben selbständig erfüllen kann. Die Anwendung des Reifegradmodells - als Meilenstein der Theorie situativen Führens - ermöglicht es dir zu lernen, Mitarbeiter:innen so anzuleiten, wie es der jeweiligen Situation entspricht.

Abhängig vom Entwicklungsstand und Know-how der Mitarbeiter:innen (Reife) bist du durch das Reifegradmodell in der Lage, den Führungsstil zu wählen, mit dem sich vorgegebene Arbeitsergebnisse erzielen lassen.

Inhalt

Definition - Das Reifegradmodell nach Hersey und Blanchard

Das Reifegradmodell wurde in den 1970er und 1980er Jahren von dem Unternehmer und Verhaltensforscher Paul Hersey sowie dem Managementexperten Ken Blanchard erstellt und beworben.

Als Bestandteil der von ihnen entwickelten Theorie des situativen Führens – des Situational Leadership-Ansatzes – zielt das Reifegradmodell darauf ab, Personalverantwortliche zu unterstützen, den optimalen Führungsstil anzuwenden.

Maßgeblich für die Beurteilung sind der Entwicklungs- und Wissensstand der Mitarbeiter:innen hinsichtlich ihrer psychischen Reife und Arbeitsreife. Die Einordnung im Reifegradmodell nach Hersey und Blanchard kannst du auf einer in vier Kategorien unterteilten Skala bestimmen.

Die 4 Stufen des Reifegradmodells

Das Reifegradmodell ist in 4 Stufen – oder Reifegrade – unterteilt:

  • Reifegrad 1: Dein:e Mitarbeiter:in ist nicht willig und nicht fähig, eine Aufgabe zu erledigen.
  • Reifegrad 2: Dein:e Mitarbeiter:in ist willig, aber nicht fähig, eine Aufgabe zu erledigen.
  • Reifegrad 3: Dein:e Mitarbeiter:in ist nicht willig, aber fähig, eine Aufgabe zu erledigen.
  • Reifegrad 4: Dein:e Mitarbeiter:in ist willig und fähig, eine Aufgabe zu erledigen.

Entsprechend der Reifegrad-Stufe einer Arbeitskraft im Reifegradmodell kannst du deinen Führungsstil und dein Führungsverhalten situativ anpassen. Das heißt: Du kannst bestimmen, ob Lob oder Kritik angebracht ist, aktive Unterstützung anbieten oder mehr Eigenverantwortung ermöglichen.

Das Reifegradmodell kannst du nicht nur auf einzelne Mitarbeiter:innen, sondern auch zur Bestimmung der Lernfähigkeit und Lernwilligkeit kompletter Teams anwenden.

Reifegradmodell in der Mitarbeiterführung – Vorteile

  • Personalverantwortliche können den Führungsstil situativ dem Kompetenzgrad ihrer Mitarbeitenden anpassen und individuelle Rahmenbedingungen definieren.
  • Der Fokus liegt auf Entwicklungsmöglichkeiten von Mitarbeitern:innen, die in die Lage versetzt werden sollen, eigenständig Verantwortung für die Umsetzung von Projekten und einzelnen Aufgaben zu übernehmen.
  • Personalverantwortliche erhalten durch das Einbeziehen von Mitarbeitern:innen Unterstützung in schwierigen Entscheidungsprozessen.
  • Durch das Reifegradmodell können Prozesse und Projekte von neuen Impulsen durch Arbeitskräfte mit anderen Perspektiven und Erfahrungen profitieren.
  • Führungskräfte streben aktiv danach zu delegieren und ihre Arbeitslast zu reduzieren.

Reifegradmodell in der Mitarbeiterführung – Nachteile

  • Personalverantwortliche tun sich zum Teil schwer, den Reifegrad einer mitarbeitenden Person im Reifegradmodell zu bestimmen, denn Entwicklungsstufen werden nicht zwangsläufig sequentiell durchlaufen.
  • Fehlerhafte Einschätzungen führen zu Unzufriedenheit seitens der Mitarbeiter:innen und Unstimmigkeiten zwischen den Betroffenen.
  • Der im Reifegrad 1 zum Tragen kommende autoritäre Führungsstil gilt in agilen Unternehmen als überholt und wird von den Mitarbeitenden nicht akzeptiert.
  • Unwillige Mitarbeiter:innen in Stufe 3 in Entscheidungsprozesse einzubinden, ist eine Herausforderung, die fachliches Geschick und Einfühlungsvermögen seitens der Führungskraft verlangt.
  • Auf dem Reifegradmodell basierende Erfolge sind in der Praxis nicht messbar und lassen sich nur subjektiv beurteilen.

Die situationsabhängigen Führungsstile im Reifegradmodell

Die 4 verschiedenen Reifegrade des Reifegradmodells verlangen nach unterschiedlichen Führungsstilen:

Reifegrad 1: dirigieren (telling)

In der ersten Stufe im Reifegradmodell triffst du ohne Mitwirken der mitarbeitenden Person sämtliche Entscheidungen, gibst präzise Anweisungen und kontrollierst erbrachte Leistungen.

Dein Führungsstil lässt sich als stark dirigierend und autoritär bezeichnen.

Reifegrad 2: coachen (selling)

Auf Stufe 2 im Reifegradmodell beginnst du deinen Mitarbeitern:innen Einblicke in die Prozesse der Entscheidungsfindung zu gewähren und bespricht mit ihnen strategische und operative Ziele. Mitarbeitende Personen erhalten die Möglichkeit, Feedback zu geben und Fragen zu stellen.

Dein Führungsstil ist geprägt von einem stark dirigierenden und zugleich unterstützendem Verhalten.

Reifegrad 3: partizipieren (participating)

Um die Motivation deiner Mitarbeiter:innen zu steigern, werden in Stufe 3 Ziele und Umsetzungsvorschläge gemeinsam besprochen. Du eröffnest mitarbeitenden Personen Freiräume, sich einzubringen, eigene Vorschläge zu unterbreiten und aktiv an der Entscheidungsfindung mitzuwirken.

Dein Führungsstil zeichnet sich gemäß dem Reifegradmodell durch ein noch immer stark unterstützendes, jedoch weniger dirigierendes Verhalten aus.

Wie du deine Mitarbeiter:innen gekonnt motivieren kannst, erfährst du in unserem Guide zur Mitarbeitermotivation.

Reifegrad 4: delegieren (delegating)

Mitarbeiter:innen, die Aufgaben eigenständig erledigen können und wollen, erhalten größere Entscheidungsbefugnisse und Freiräume. In Stufe 4 gibst du Verantwortung ab und verlegst dich auf eine Überwachungsfunktion.

Als Personalveranwortliche:r agierst du wenig unterstützend und wenig dirigierend. In dieser Stufe finden sich starke Übereinstimmungen mit agilen Führungsmethoden, in denen Führungskräfte als Ressourcenbeschaffer:innen fungieren.

Erfahre jetzt, wie du die Mitarbeiterführung und -entwicklung gekonnt einsetzt.

Das Reifegradmodell in der unternehmerischen Praxis - ein Beispiel

Charlotte ist mit ihren Eltern in China aufgewachsen, spricht fließend Mandarin und hat in London Wirtschaftswissenschaften studiert. Sie genießt die Mitarbeit im internationalen Umfeld ihres Unternehmens, hat jedoch keine Ambitionen, Projektverantwortung zu übernehmen. Sie genießt es, nach Feierabend abschalten zu können und sich ihrer Familie zu widmen.

Als ein neues Projekt mit einem wichtigen chinesischen Geschäftspartner ansteht, gerät Charlotte aufgrund ihrer Qualifikation in den Fokus der Aufmerksamkeit. Sie lehnt eine führende Position im Projektmanagement ab, mit der Begründung, sie möchte weiterarbeiten wie bisher.

Die verantwortliche Führungskraft versucht – gemäß Reifestufe 3 im Reifegradmodell nach Hersey und Blanchard – durch den Führungsstil des „participating", Charlotte aus der Reserve zu locken und durch aktives Einbinden für das Projekt zu begeistern. Mit zunehmender Motivation steigt die Bereitschaft, sich im Projektmanagement zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.

Fazit - Motivation und Leistung verbessern

Das Reifegradmodell eignet sich für Personalverantwortliche, die durch eine situative Anpassung des Führungsstils die Motivation und Leistung ihrer Mitarbeitenden und Teams verbessern möchten.

Es ermöglicht dir zu beurteilen, in welchen Situationen du Mitarbeitern:innen Freiheiten geben kannst, ohne Ziele zu gefährden. Gleichzeitig hilft dir die Positionierung im Reifegradmodell, wertvolle Arbeitskräfte und dich selbst vor Überforderung zu schützen und gleichzeitig die individuelle Produktivität zu steigern.

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Veröffentlicht am 18.12.2022, aktualisiert am 18.12.2022

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