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September 2022: Ist die Krise auf dem Arbeitsmarkt angekommen?

Gestörte Lieferketten, steigende Energiepreise, Inflation – Bisher schlugen die vielfältigen Krisen nicht auf dem Arbeitsmarkt durch und die ausgeschriebenen Stellen bewegten sich auf Rekordniveau.

Droht nun die Trendwende? Wir haben uns die neuesten Zahlen und Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts angesehen:


Eine Meldung

Die Rezession beeinflusst den Arbeitsmarkt

Die Inflation in Deutschland erreicht mit 10% den höchsten Stand seit 1951. Da überrascht es nicht, dass das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) festgestellt hat, dass sich die Deutsche Wirtschaft im September bereits in einer Rezession befindet.

Guido Baldi, Konjunktur-Experte des DIW, geht außerdem nicht davon aus, dass sich die Lage in absehbarer Zeit entspannen wird. „Deutschland steckt in der Rezession und leider ist momentan kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen”, sagt Baldi. So prognostiziert das DIW auch für 2023 einen Einbruch der Wirtschaftsleistung von 5%.

Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, sieht die Rezession allerdings nicht als große Gefahr für den Arbeitsmarkt. „Ja, uns droht eine Rezession. Die gute Nachricht ist aber: Der Arbeitsmarkt ist robust”, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Doch wie stabil ist der Arbeitsmarkt wirklich?

Obwohl der Arbeitsmarkt aufgrund des Fachkräftemangels ein Stück weit vom allgemeinen Wirtschaftswachstum entkoppelt ist, räumt Nahles ein, dass es in einzelnen Branchen und Regionen zu Problemen kommen kann.

Mit dem IAB, dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung des Arbeitsministeriums, und dem Ifo-Institut der Universität München zeigen die wichtigsten Arbeitsmarktbarometer erste Ausschläge nach unten.

Das IAB holt jeden Monat die Daten aller Arbeitsagenturen ein, um eine umfassende Prognose zur Entwicklung des Arbeitsmarkts abgeben zu können. Für September verzeichnete das Institut zwar weiterhin einen Anstieg der allgemeinen Beschäftigung, doch dieses Wachstum fiel geringer aus als noch im August.

Die Wirtschaftsforscher:innen befragten die deutschen Unternehmen währenddessen zu ihrer Einstellungsbereitschaft. Diese ist im September nicht nur stagniert, sondern ging sogar leicht zurück – dies gilt allerdings nicht für den IT-Sektor. Hier ist die Nachfrage nach neuen Mitarbeiter:innen ungebrochen.

„Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rezession und mit Blick auf den Fachkräftemangel konzentrieren sich die Unternehmen vor allem darauf, ihre Mitarbeiter zu halten”, schreibt das Forschungsinstitut auf seiner Webseite.

Täuscht die Zahl der ausgeschriebenen Stellen?

Der Grad der Beschäftigung wächst zwar weiterhin und IAB prognostiziert auch für das kommende Jahr eine Fortsetzung dieses Trends. Doch die Zahlen sind weniger aussagekräftig, als sie scheinen:

Tatsächlich geht der erwartete Zuwachs an Erwerbstätigen nicht auf die Personalplanung von privaten Unternehmen zurück, sondern in erster Linie auf den Staat: Im öffentlichen Dienst, dem Gesundheitswesen und im Bereich Erziehung sind so viele Neueinstellungen geplant, dass sie die Statistik maßgeblich beeinflussen.

Diese staatlich finanzierten Stellen sind nicht im selben Maß von konjunkturellen Schwankungen betroffen, wie es bei Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft der Fall ist. Daher lässt die Prognose des IAB auch nur bedingt Rückschlüsse auf die Personalplanung in der freien Wirtschaft zu.

Richtet sich der Blick auf die Privatwirtschaft allein, zeigt sich nämlich ein anderes Bild: Bereits jetzt nimmt die Zahl der Unternehmen zu, die sich nach Kurzarbeitsbedingungen erkundigen. „Das ist ein Frühindikator dafür, dass es wieder zu mehr Kurzarbeit kommen könnte”, sagt Andrea Nahles.

Markus Jerger, der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft, bestätigt diese Einschätzung: „Ein beträchtlicher Teil der Unternehmen hat bereits die Produktion reduziert [...] – die Lage für den Mittelstand wird von Tag zu Tag bedrohlicher”, sagte er der Deutschen Presse Agentur.

Eine Umfrage der ARD hat ergeben, dass auch Arbeitnehmer:innen mit Sorge auf die Entwicklung des Arbeitsmarkts blicken. So gaben 83% der Befragten an, dass sie wegen der Energiekrise damit rechnen, dass Arbeitsplätze verloren gehen werden.

Planungssicherheit in der Krise

Die steigenden Energiepreise und die unsichere Versorgungslage stellen Unternehmen aller Größen und Branchen vor große Herausforderungen.

In dieser Situation ist es kaum möglich, eine langfristige und verlässliche Personalplanung durchzuführen. Doch selbst wenn viele Faktoren, wie die Auftragslage und die Produktionskosten, schwierig abzuschätzen sind, solltest du dich im Personalbereich um Stabilität bemühen.

Du solltest offen mit deinen bestehenden Mitarbeiter:innen kommunizieren und ihnen die Sorge um ihre Arbeitsplätze nehmen beziehungsweise die kommenden Herausforderungen und mögliche Maßnahmen wie zum Beispiel Kurzarbeit besprechen. Gehe in den Dialog und reagiere auf die Fragen, Sorgen und Unsicherheiten, die eventuell bestehen.

Wenn du deine Belegschaft grundsätzlich ausbauen möchtest, damit dein Unternehmen weiter wachsen kann, solltest du angesichts der vielen Variablen nicht in eine Schockstarre verfallen. Nimm eine Bestandsanalyse vor und stütze dich vor allem auf die Faktoren, die du sicher beurteilen kannst.

Schließlich ergibt sich dein Personalbedarf in erster Linie aus internen Faktoren, die du beobachten kannst. So weißt du beispielsweise, wie hoch die Fluktuation in deinem Unternehmen ist, an welchen Stellen durch Pensionierungen zusätzlicher Personalbedarf entstehen wird und wie sich saisonale Schwankungen auf dein Geschäft auswirken.

Um den Unternehmen Sicherheit zu geben und übermäßigen Personalabbau zu verhindern, soll außerdem das Kurzarbeitergeld weiterhin einfach zugänglich bleiben.

Bis Ende des Jahres sollen die vereinfachten Zugangsbedingungen, die während der Corona-Pandemie in Kraft traten, weiterhin gelten. Das bedeutet, es genügt für die Regelungen rund um Kurzarbeit, wenn mindestens 10% der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind. Es ist außerdem nicht erforderlich, dass deine Mitarbeiter:innen bereits Minusstunden angesammelt haben, um Kurzarbeitergeld in Anspruch zu nehmen.

Darüber hinaus regt die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut beispielsweise an, eine Reform der Kurzarbeitsbedingungen vorzunehmen, damit ein noch größerer Kreis an Unternehmen das Angebot in Anspruch nehmen kann.

„Wir erleben aber derzeit Krisen, die eine Vielzahl von Branchen und Betrieben treffen und deren Dauer durch die Betriebe nicht beeinflussbar ist”, sagt Hoffmeitser-Kraut. Durch eine weitere Vereinfachung des Verfahrens, sollen die deutschen Unternehmen schwerwiegende Krisen sicherer navigieren können.

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Unsere Quellen


Lisa Schlegel

Lisa Schlegel

Content Marketing Managerin

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Veröffentlicht am 04.10.2022, aktualisiert am 10.10.2022

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