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Arbeitsmarkt-Update Oktober: Die Lage spitzt sich zu

Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands gerät mehr und mehr ins Stocken. Die Aufträge gehen zurück, Unternehmen fällt es zunehmend schwer, an neue Finanzmittel zu kommen, und die Energiekosten steigen weiter.

Doch die wenigsten Unternehmen verfügen über einen Notfallplan, um die Krise zu bewältigen. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts droht nun ein massiver Stellenabbau.


Eine Meldung

Das Geschäftsklima verschlechtert sich

Laut dem Ifo-Institut bleibt das allgemeine Geschäftsklima im Oktober düster. Die Wirtschaftsforscher:innen ziehen jeden Monat die Angaben von insgesamt 9.000 Betrieben des Dienstleistungssektors, des verarbeitenden Gewerbes, des Handels sowie des Bauhauptgewerbes heran, um ein Stimmungsbild der deutschen Wirtschaft abbilden zu können.

Die Dienstleistungs- und Handelsbereiche schätzen die Lage vergleichsweise optimistisch ein. „Die Erwartungen bleiben jedoch äußerst düster, insbesondere im Einzelhandel”, meint Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Industrie und das Baugewerbe blicken ebenfalls eher besorgt auf die kommenden 6 Monate. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass in diesen Sektoren der Materialeinsatz höher ist und sie daher die steigenden Preise direkter spüren.

Insbesondere die Baubranche leidet außerdem unter einer rückläufigen Auftragslage. Auch das verarbeitende Gewerbe verzeichnet immer weniger neue Aufträge, wobei die Betriebe aktuell noch gut ausgelastet sind.

Während sich die Produktionskosten für Unternehmen, laut Ifo-Forscher Joachim Ragnitz, auf lange Sicht nicht erholen werden, wird es branchenübergreifend immer schwieriger für die Betriebe, an neue Kredite zu kommen.

In einer weiteren Befragung des Ifo-Instituts berichteten im September 24,3% der befragten Unternehmen, die gerade mit Banken über mögliche Kreditvergaben verhandelten, dass sich die Banken zurückhaltend verhalten hätten. Dies ist der höchste Wert seit 2017.

Klaus Wohlrabe, der Leiter der Ifo-Umfragen, berichtet, dass gerade Soloselbständige und Kleinstunternehmer:innen unter der Zögerlichkeit der Banken leiden. Dies liege daran, dass Kleinstunternehmen kaum auf andere Finanzierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Anleihen, zurückgreifen könnten.

Wohlrabe schätzt diese Entwicklung als große Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung ein: „Für manche Unternehmen könnte das wirtschaftliche Überleben ohne neue Kredite schwierig werden“, sagt er.

Die Krise wird zur Gefahr für den Arbeitsmarkt

Was sich schon im September 2022 abzeichnete, setzt sich im Oktober fort: Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Energiekrise die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen dämpft oder in einigen Bereichen sogar zum Stellenabbau führen wird.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen ergab, dass ein Viertel der befragten Betriebe – bei einem Großteil handelte es sich um Familienunternehmen – im Oktober plant, Arbeitsplätze abzubauen. Das bedeutet: Innerhalb von nur einem halben Jahr ist die Absicht, Stellen zu streichen, um mehr als 10% angestiegen.

Hinzu kommt, dass sich beinahe 60% der Umfrage-Teilnehmer:innen vorgenommen haben, Investitionen – die unter anderem in die Einstellung neuer Mitarbeiter:innen hätten fließen sollen – auf das Frühjahr 2023 zu verschieben.

Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, bezeichnet die Ergebnisse der Befragung als „Alarmsignal”. Er sagt: „Diese fatale Entwicklung am Standort Deutschland beschleunigt sich. [...] Wir benötigen Maßnahmen, die den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen.”

Das Ifo-Institut bekräftigt Kirchdörfers Einschätzung. Laut dem Beschäftigungsbarometer des Instituts erreichte die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen im Oktober den tiefsten Stand seit April 2021.

Aufgrund der zurückhaltenden Konsumlaune der Deutschen rechnen die Wirtschaftsforscher:innen in Hinblick auf den Einzelhandel mit Entlassungen. Im Bau-, Dienstleistungs- und Industriesektor fällt die Prognose zwar nicht ganz so dramatisch aus, doch auch hier seien kaum Neueinstellungen zu erwarten.

Droht Unternehmen jetzt der Verfall?

Eine Randstad-ifo-Umfrage unter 700 Personalverantwortlichen hat ergeben, dass nur jedes dritte Unternehmen einen Notfallplan aufgesetzt hat, um durch die Energiekrise zu kommen. Dabei zeigt sich, dass insbesondere kleinere Firmen mit bis zu 50 Mitarbeiter:innen Anfang Oktober noch unvorbereitet waren.

„Je kleiner das Unternehmen, desto seltener wurden Maßnahmen auf den Weg gebracht", sagte die Ifo-Forscherin Johanna Garnitz. Doch auch diejenigen Betriebe, die noch keinen Plan entwickelt haben, können sich auch jetzt noch von den Plänen der übrigen Betriebe inspirieren lassen und entsprechende Vorkehrungen treffen, um den Personalabbau zu vermeiden.

Im Rahmen der Umfrage teilten die befragten Unternehmen die Maßnahmen, die sie geplant haben. Am häufigsten wurde die Absenkung der Gebäudetemperatur genannt, um die steigenden Kosten zu begrenzen.

Darüber hinaus wollen die Firmen aber auch auf den Abbau von Überstunden und Urlaubstagen zurückgreifen und ihre Mitarbeiter:innen häufiger ins Homeoffice schicken. „In Zeiten des Fachkräftemangels ziehen Unternehmen den Abbau von Personal kaum in Betracht”, sagt Garnitz. Notfalls wollen die Betriebe von Kurzarbeit Gebrauch machen, ehe sie sich personell verkleinern.

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Unser Quellen


Lisa Schlegel

Lisa Schlegel

Content Marketing Managerin

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Veröffentlicht am 31.10.2022, aktualisiert am 08.12.2022

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