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Employer Branding leicht gemacht: Wie Videos helfen können

Lange mussten Unternehmen viel Zeit und Geld investieren, um wirklich effektive Employer-Branding-Maßnahmen zu kreieren und zu implementieren. Self-generated Mitarbeitervideos können das ändern und schaffen eine höhere Glaubwürdigkeit.

In diesem Gastartikel beschreibt Júlia Nunes Silva, Head of People & Culture bei cofenster, worauf es dabei ankommt.

Info: Bei cofenster heißt die Personalabteilung „People and Culture" statt „HR". Diese Bezeichnung soll ausdrücken, dass hier ein besonderer Fokus auf die Unternehmenskultur gelegt wird.


Ein Gastbeitrag

Inhalt

Employer Branding – Unternehmen bewerben sich

Kandidat:innen, Bewerbungsmappe, Motivationsschreiben, Zeugnisse: die Recruiting-Welt ist voller Begriffe, die einen daran glauben lassen, potenzielle Mitarbeitende müssten ihre Motivation und Wert beweisen, um Unternehmen zur Wahl stehen zu können.

Gleichzeitig gewinnt der Begriff Fachkräftemangel seit Jahren zunehmend an Bedeutung. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sehen mehr als 50% der deutschen Unternehmen den Fachkräftemangel als größte Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 16%.

Was das in der Praxis bedeutet: Kandidat:innen sind nicht mehr diejenigen, die sich bewerben müssen. Unternehmen sind es. Und der Weg dahin führt über Employer Branding.

Was Employer Branding ist

Eine der am meisten zitierten Definitionen von Employer Branding, und wahrscheinlich eine der akkuratesten, lautet: „die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber.”

Employer Branding ist also nicht nur Sache des Marketing, sondern auch ein wichtiges Thema der Personalabteilung und der internen Kommunikation. Aktuelle Mitarbeitende müssen sich genauso angesprochen fühlen und mit der Arbeitgeberpositionierung identifizieren, wie potenzielle neue Mitarbeitende. Damit das passiert, muss die Botschaft glaubwürdig und authentisch sein.

Video als authentisches und glaubwürdiges Kommunikationsmittel im Employer Branding

Kaum ein Mittel ist so hilfreich bei der Darstellung von Authentizität wie Videos. Videos schaffen eine Plattform für Menschen, die sich ausdrücken wollen – sie vermitteln dadurch ihre Persönlichkeit, ihre Laune, ihre Meinungen und ihre ehrlichsten Botschaften. Indem wir durch Videos Menschen in den Mittelpunkt stellen, erzeugen wir einen Raum für Empathie, für die Kommunikation auf menschlicher Ebene. Warum sollten wir dieses menschliche Kommunikationsmittel in Zeiten von New Work und menschenzentriertem Arbeiten nicht im beruflichen Kontext verwenden?

Die vermeintlichen Gründe dagegen sind viele: Videoproduktion wird immer noch häufig mit viel Aufwand in Verbindung gebracht. Skripts, unzählige Takes und ewige Postproduktionsarbeit werden oft als Begründung für horrende Kostenvoranschlägen von erfahrenen Expert:innen und Agenturen präsentiert. Und dann müssen sich die Arbeitnehmer:innen auch noch die Zeit nehmen – und dafür andere Aufgaben liegen lassen.

Nun zeigt uns die Generation Z, dass das auch anders geht. Diese Generation, geboren zwischen 1997 und 2010, ist mit leicht anzuwendenden Video-Technologien und -Plattformen wie YouTube, Instagram und TikTok groß geworden. Video ist ihre Sprache und diese Sprache passt zu der Welt, in der sie leben: schnell, informationsreich und unterhaltsam. Was früher Stunden oder Tage in Anspruch genommen hat, wird heute innerhalb weniger Sekunden produziert, geteilt und konsumiert. Komplexe Sachverhalte und Botschaften werden so einfach vermittelt wie noch nie. Von Menschen und für Menschen durch selbstproduzierte Videos. Keine Ausrede mehr, Videos in der Unternehmenskommunikation nicht zu nutzen.

Employer-Branding-Videos, ja – aber was?

Wenn wir Employer Branding als allgemeine Positionierung von Arbeitgeber:innen betrachten, bietet buchstäblich jede Unternehmensaktivität Potenzial für die Umsetzung als Video-Content.

Ein paar Beispiele:

  • Stellenausschreibungen attraktiver machen: Statt eine lange, eher standardisierte Stellenanzeige zu veröffentlichen, können Unternehmen Videos verwenden, um die wichtigsten Informationen kurz, knapp und interessant zu vermitteln.
  • Kurze Intro-Videos von den jeweiligen Teams oder zukünftige Führungskräfte können die Unternehmenskultur außerdem konkreter und nahbarer machen.
  • Eine Workspace-Tour oder die Vorstellung von zielgruppenrelevanten Mitarbeiterbenefits können das Interesse von potenziellen Mitarbeiter steigen.
  • Die Pre-Onboarding-Kommunikation, zum Beispiel das Teilen von Informationen hinsichtlich des ersten Arbeitstages, wirkt durch Videos viel persönlicher und freundlicher als klassische HR-E-Mails.
  • Neue Mitarbeitende können sich anhand kurzer Videos vorstellen, was den Start angenehmer für alle Beteiligten macht.
  • Team-Updates können gefilmt und geteilt werden.ie asynchrone Kommunikation spart Zeit und Ressourcen.
  • Leadership-Statements: Je größer ein Unternehmen ist, desto größer die Distanz zwischen Mitarbeitenden und Management. Videos geben allen Parteien ein Gesicht und schaffen dadurch Vertrauen.
  • Initiativen und neue Projekte können durch interne Videos kommuniziert werden und werden dadurch stärker angenommen.

Auch ein typischer Arbeitstag oder Team-Events – online oder offline – können potenziellen Mitarbeitenden ein Gefühl für die Arbeit beim Unternehmen geben. Solange der Inhalt echt ist, sind keine Grenzen gesetzt.

Employer-Branding-Videos, ja – aber wie?

Per Definition ist Employer Branding identitätsbasiert. Die Grundvoraussetzung – und daher auch der allererste Schritt –, ist es, die eigene Unternehmensidentität zu identifizieren.

Diese ist immer da, auch wenn vielleicht nur unterbewusst. Mitarbeitende können helfen, diese bewusster zu machen. Wenn sich das Team in Employer-Branding-Initiativen engagiert, wird die Botschaft echt. Best Practices hier sind zum Beispiel:

  • Formate wie „3 Fragen an”: Frage deine Mitarbeiter Dinge wie, warum bist du hier? Was macht uns als Unternehmen besonders? Was sind unsere Werte?
  • „Ein Tag mit…”-Formate: Kurze aufeinander bauende Videos mit Alltagsmomenten, um zum Beispiel ungewöhnliche Jobs zu erläutern.
  • Highlights: Zeige dich von deiner besten Seite. Tolle Events und Veranstaltungen, egal ob extern oder intern, können und sollten ihren Platz in die Öffentlichkeit haben!

Meine Top-Umsetzungstipps für Employer-Branding-Videos sind außerdem:

  • Gib deinen Mitarbeitenden wirklich den Raum, Themen anzusprechen. Videos können auch Dinge aufzeigen, die vielleicht noch nicht so gut laufen. Das macht das Ganze glaubwürdiger und bietet HR-Teams Stoff für neue Projekte und Verbesserungen.
  • Noch glaubwürdiger wirken Videos, wenn Teammitglieder sie mit ihren eigenen oder mit Unternehmenshandys machen. Persönlicher wird es nicht.
  • Die meisten Menschen sind immer noch kamerascheu. Schaffe eine angenehme Atmosphäre. Ice-breakers oder kleine Bewegungseinheiten können hier hilfreich sein.
  • Die ersten acht Sekunden sind essenziell. Wenn sie catchy genug sind, schauen sich die Zuschauer die Videos in voller Länge an. Und auch wenn nicht: so stellst du sicher, deine Botschaft wird vermittelt.
  • Videos für Social Media oder Karriereseiten sollten nicht viel länger als sechzig Sekunden sein.
  • Achte auf deine Zielgruppe: je nachdem, wer angesprochen werden soll, müssen Tonalität und Kanäle angepasst werden.
  • Für ein ideales Lichtverhältnis, positioniere die Lichtquelle hinter der Kamera.
  • Bleibe echt: Die Zeiten der „high-gloss“-Produktionen in der Unternehmenskommunikation sind längst vorbei.

Fazit

Es wäre gelogen zu sagen, dass Videos alle Employer-Branding-Probleme lösen. Auch mit Videos werden Unternehmen im War for Talents kämpfen müssen. Sie sind aber ein wichtiges und extrem hilfreiches Kommunikationsmittel, nicht nur mehr, sondern vor allem die passenden Kandidat:innen zu finden.

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Júlia Nunes Silva

Júlia Nunes Silva

Head of People & Culture bei cofenster

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Ich bin Head of People & Culture bei cofenster, einem Softwareunternehmen aus Hamburg. Dank cofenster kannst du jetzt im Handumdrehen Videos für deine Unternehmenskommunikation erstellen – egal wie groß dein Team ist.

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Veröffentlicht am 07.12.2021, aktualisiert am 30.09.2022

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