HR-PraxisPfeil rechts SymbolPersonalsuchePfeil rechts SymbolSocial Media Recruiting: Definition, Tipps und Methoden [2022]

Social Media Recruiting: Definition, Tipps und Methoden [2022]

Facebook und Co wird heute nicht mehr ausschließlich genutzt, um mit Freunden zu kommunizieren, sondern auch um sich zu informieren – beispielsweise über neue Jobmöglichkeiten – und sich über fachliche Themen auszutauschen. Das ist einerseits die Chance, Bewerber:innen und Kandidat:innen besser zu erreichen. Andererseits stellt der Einsatz von Social Media Recruiting mit den verfügbaren Ressourcen eine Herausforderung dar und bedarf einer guten Planung sowie ausreichend Knowhow.

Erfahre, welche Möglichkeiten es gibt, mit potenziellen Bewerber:innen in Kontakt zu treten und die verschiedenen Social-Media-Kanäle richtig einzusetzen.

Inhalt

Definition: Was ist Social Media Recruiting?

Der Begriff Social Media Recruiting bezeichnet die Nutzung von Social Media für die Personalbeschaffung. Verschiedene Kanäle werden genutzt, um potenzielle Kandidat:innen anzusprechen, Stellenanzeigen zu verbreiten und die Arbeitgebermarke zu stärken.

Die Social Media Kanäle, die zunächst vom Marketing entdeckt und genutzt wurden, um dort Zielgruppen zu erreichen, werden nun also auch verstärkt von Recruitern bespielt. Einige Unternehmen haben neben ihrer allgemeinen Social-Media-Präsenz einen zusätzlichen Auftritt für das Recruiting – beispielsweise eine separate Karriereseite auf Facebook, LinkedIn oder Twitter.

Einige sprechen beim Social Media Recruiting oder Social Recruiting auch ausschließlich von der direkten Ansprache von möglichen Kandidat:innen über soziale Medien im Sinne des Active Sourcing und grenzen das Thema somit weiter ein.

Zusätzlich gibt es bereits seit 2016 eine Debatte um den Begriff – angestoßen von Henrik Zaborowski. Hierbei wird das Social Recruiting ganz klar vom Social Media Recruiting abgegrenzt und als Zukunft des HR dargestellt, in der es wesentlich stärker wieder um den Menschen geht. Dabei soll sich das Recruiting mehr um die Beziehungen drehen, als um den Prozess.

Wichtig ist dabei für dich lediglich, auf welches Verständnis du dich mit deinen Kolleg:innen einigst und welche Aktivitäten ihr plant und zu eurem Social Media Recruiting zählt.

Social Media Recruiting: Vor- und Nachteile

Social Media Recruiting kann sich für dein Unternehmen in mehrfacher Hinsicht lohnen und deine übrigen Recruiting-Maßnahmen ergänzen. Auf Social Media Recruitiment zu verzichten, ist keine gute Idee. Doch es gibt auch ein paar Nachteile, die du beim Social Media Recruiting bedenken und in deine Strategie mit einfließen lassen solltest.

Vorteile von Social Media Recruiting

  • Mithilfe von Social Media Recruiting kannst du schnell und unkompliziert mit potenziellen Kandidat:innen kommunizieren und dir ein großes Netzwerk an Kontakten aufbauen.
  • Du kannst dir bei deinen Zielgruppen gezielt ein positives Arbeitgeberimage aufbauen.
  • Durch Social Media Recruiting kommst du auch in Kontakt mit Kandidat:innen, die nicht aktiv nach einem neuen Job suchen und steigerst deine Reichweite enorm.
  • Mithilfe der Daten, die Soziale Netzwerke dir über die Nutzer:innen bereitstellt, kannst du passende Kandidat:innen vorselektieren und zielgruppenspezifisch ansprechen.

Nachteile von Social Media Recruiting

  • Für erfolgreiches Social Media Recruiting ist beständige Kommunikation mit deinen Follower:innen ein Muss. Du solltest also nicht nur neue Beiträge posten, sondern auch immer die Kommentare darauf im Blick behalten. Daher ist Social Media Recruiting sehr zeitintensiv.
  • Social Media eignet sich sehr gut, um eine große Aufmerksamkeit für dein Unternehmen zu generieren. Dies kann positiv sein, aber falls du mit deinem Post nicht den richtigen Ton triffst, rufst du eventuell eine Welle an negativen Reaktionen hervor.
  • Es gibt sehr viele Kanäle, die sich für Social Media Recruiting eigenen. Willst du auf allen präsent sein, kann es passieren, dass du dich verzettelst und den Überblick verlierst.
  • Je nachdem welche Plattform du für Social Media Recruiting nutzen willst, musst du die Art der Kommunikation anpassen. In vielen sozialen Netzwerken sind die potenziellen Kandidat:innen in erster Linie privat unterwegs und reagieren eventuell ablehnend, wenn du sie zu forsch auf deine Jobangebote aufmerksam machst.

Social Media Recruiting: Instrumente und Maßnahmen

Ralph Dannhäuser ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet Social Recruiting. Sein „Praxishandbuch Social Media Recruiting” bündelt nun schon seit 4 Auflagen alle relevanten Trends und Entwicklungen im Bereich Social Media Recruiting. Hier zeigen Dannhäuser und seine Co-Autor:innen, welche Möglichkeiten Social Media Recruiting bietet, um sich im „War for Talents” zu behaupten.

Dies sind die verschiedenen Einsatzgebiete von Social Media Recruiting:

  1. Active Sourcing oder direkte Social Recruiting: Es ist stark im Trend und doch nicht wirklich eine Neuheit, denn es handelt sich beim Active Sourcing um das gezielte Ansprechen von möglichen Kandidat:innen. Das ist für einige Positionen – vor allem höhere – schon lange üblich. Der aktuelle Fokus liegt dabei eher auf der Verwendung von neuen Tools und Möglichkeiten, wie etwa der Nutzung von Social Media für die Suche und Ansprache der Kandidat:innen. Durch Active Sourcing können neben aktiv Jobsuchenden auch passive Kandidat:innen erreicht werden, die sonst nicht auf eine ausgeschriebene Stelle aufmerksam geworden wären.
  2. Employer Branding: Auch Employer Branding ist ein wichtiger Aspekt von Social Media Recruiting. Neben der eigenen Unternehmensseite kannst du auch Unternehmensprofile auf Social Media erstellen und diese als zusätzliche Karriereseite nutzen. Dort kannst du dich als Arbeitgeber:in vorstellen und Einblicke ins Unternehmen geben. Eine Präsenz auf den relevanten Plattformen ist vor allem für das Recruiting von Vertreter:innen jüngerer Generationen wichtig, die sich dort über die Unternehmen informieren und auf eine spannende Unternehmenskultur Wert legen.
  3. Recruiting-Kampagnen: Ein weiterer Aspekt von Social Media Recruiting sind bezahlte Werbekampagnen, um mehr Aufmerksamkeit und Reichweite für deine Jobangebote zu erzeugen. Neben einer organischen Reichweite, das heißt, wenn deine Social Media Beiträge bei deinen Fans und Follower:innen auf der Startseite erscheinen, kannst du auch bezahlte Reichweite durch Paid Ads generieren. Hierzu kannst du deine Beiträge mit einem bestimmten Budget bewerben.
  4. Influencer Marketing: Die Reichweite von Influencer:innen kannst du für deine Zwecke nutzen. Durch Zusammenarbeit mit den passenden Influencer:innen für deine Zielgruppe kannst du deine Bekanntheit steigern, deine Arbeitgebermarke präsentieren und neue Mitarbeiter:innen über die Weiterempfehlung rekrutieren.
  5. Corporate Influencer: Manche Unternehmen setzen beim Social Media Recruiting auch auf Corporate Influencer. Hierbei handelt es sich um Mitarbeiter:innen die auf Social Media als Unternehmensbotschafter:innen auftreten und die Unternehmenskultur vermitteln.

Grundsätzlich kannst du jede dieser Maßnahmen auf jeder Social Media Plattform umsetzen. Je nachdem für welche Maßnahme und welche Plattform du dich entscheidest, solltest du allerdings dein Vorgehen beim Social Media Recruiting anpassen.

Immer häufiger verwenden Kandidat:innen für die Suche nach Jobs Mobilgeräte. Erfahre jetzt, was du beim Mobile Recruiting beachten solltest.

Die Top 6 Social Media Recruiting Kanäle

Die Auswahl an möglichen Kanälen für Social Media Recruiting ist groß. Insbesondere wenn du gerade erst mit Social Media Recruiting beginnst, solltest du dich zunächst für 2 oder 3 Kanäle entscheiden und nicht alle Plattformen auf einmal bespielen. Ansonsten verlierst du eventuell den Überblick oder findest neben Social Media Recruiting keine Zeit mehr für deine anderen Aufgaben.

Damit du die Auswahl der passenden Kanäle für dein Social Media Recruiting mit den individuellen Zielen deines Unternehmens abstimmen kannst, stellen wir dir hier die 6 wichtigsten Social Media Recruiting Kanäle vor. Hier erfährst du, wie du mit den unterschiedlichen Kanälen umgehst und sie erfolgreich für Social Media Recruiting nutzt:

1. LinkedIn

Die Talent Acquisition und Sourcing Expertin Barbara Braehmer kennt sich mit Social Media Recruiting bestens aus. In ihrem Beitrag zu Ralph Dannhäusers Publikation beschreibt sie das Karrierenetzwerk LinkedIn wie folgt:

„Sie können sich LinkedIn als das Hightech-Äquivalent zu einem traditionellen Networking-Event der realen Welt vorstellen, bei dem Sie andere Fachleute persönlich treffen, ein wenig über Ihre Tätigkeiten sprechen und Visitenkarten austauschen. Es ist wie ein großes virtuelles Netzwerkereignis.”

Barbara Braehmer

Um LinkedIn erfolgreich für Social Media Recruiting zu nutzen, solltest du dich an diese Tipps halten:

  • Pflege sowohl das Unternehmensprofil als auch dein persönliches Profil als Recruiter:in.
  • Nutze die Filterfunktion, um die Kandidat:innen zu finden, die zu deinem Unternehmen passen.
  • Interagiere mit deinen Kontakten und ihren Beiträgen. So bleibst du in deinem Netzwerk immer präsent.
  • Kontaktiere interessante Personen nicht mit einer Standardnachricht, sondern gehe individuell auf die Situation ein.

2. Xing

Bei Xing handelt es sich ebenfalls um ein dediziertes Karrierenetzwerk. Doch im Gegensatz zu LinkedIn ist Xing auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Das macht Xing aber nicht zu einem weniger wirksamen Social Media Recruiting Kanal, finden Ralph Dannhäuser und seine Co-Autorin Daniela Chikato:

„Aus unserer täglichen operativen Personalsuche können wir Autoren bestätigen, dass mit XING Kandidaten selbst aus Engpasszielgruppen erfolgreich rekrutiert werden.”

Ralph Dannhäuser und Daniela Chikato

Hier sind unsere Tipps für Social Media Recruiting über Xing:

  • Xing ist eine Mischung aus Stellenbörse und sozialem Netzwerk. Du kannst hier also aktive und passive Recruiting-Maßnahmen verschränken. Du hast beispielsweise die Möglichkeit, Stellenanzeigen zu veröffentlichen und sie anschließend über dein persönliches Netzwerk zu vermarkten.
  • Nutze dein Unternehmensprofil auf Xing für Employer Branding.
  • Animiere die Kolleg:innen über Xing, Mitarbeiter werben Mitarbeiter Aktionen zu starten.

3. Facebook

Facebook ist zwar in erster Linie ein privates Netzwerk, aber du solltest den Klassiker unter den sozialen Netzwerken beim Social Media Recruiting dennoch nicht vernachlässigen. Martin Grothe ist Experte für digitale Kommunikation und hat sich im Rahmen von Ralph Dannhäusers Praxishandbuch mit Social Media Recruiting über Facebook beschäftigt:

„Verstehen Sie Facebook und das Social Web nicht einfach nur als einen weiteren Kanal, über den Sie Ihre Botschaften transportieren können, sondern als Ebene, auf der Sie an den Diskussionen Ihrer Zielgruppen teilnehmen können.”

Martin Grothe

Mit diesen Tipps klappt das Social Media Recruiting via Facebook:

  • Nutze Facebook als Tool, um deine Zielgruppe besser kennenzulernen. Hier kannst du dich ganz direkt mit ihnen austauschen.
  • Reagiere möglichst schnell auf Kommentare zu deinen Beiträgen. Nur so kann ein Dialog entstehen.
  • Poste regelmäßig neue Inhalte und integriere auch Bilder und kurze Videos. So erreichst du mehr Aufmerksamkeit.
  • Auf Facebook kannst du auch bezahlte Anzeigen schalten, um potenzielle Bewerber:innen gezielt auf dein Unternehmen

4. Instagram

Instagram ist besonders gut geeignet, um eine jüngere Zielgruppe potenzieller Bewerber:innen mithilfe von Social Media Recruiting anzusprechen. Mit dieser Plattform haben sich Employer Brand Managerin Melanie Marquardt und Personalmarketing Spezialistin Maren Kaspers beschäftigt:

„Die App ist längst kein Trend mehr, sie ist fest in den Alltag der Jugendlichen integriert. Hier wird das nächste Szene-Café ausgecheckt, das Sportidol verfolgt – oder eben das Profil des (zukünftigen) Arbeitgebers.”

Melanie Marquardt und Maren Kaspers

Das sind unsere Tipps für erfolgreiches Social Media Recruiting über Instagram:

  • Poste regelmäßig und führe wiederkehrende Kategorien für deine Posts ein. Es ist zum Beispiel denkbar, jede Woche andere Mitarbeiter:innen vorzustellen.
  • Orientiere dich bei der Gestaltung deiner Posts an dem Corporate Design deines Unternehmens.
  • Verwende passende Hashtags, damit deine Posts besser gefunden werden.
  • Benutze authentische Fotos und Videos statt Stockmaterial. Nur so hebst du dich von anderen Arbeitgeber:innen ab und weckst Interesse.
  • Achte auf die Datenschutzbestimmungen, wenn du Bildmaterial verwendest, das Mitarbeiter:innen zeigt.
Du bist dir unsicher, ob du Bilder deiner Mitarbeiter:innen posten darfst? Hier erfährst du, wie du in der Personalabteilung den Datenschutz gewährleistest.

5. YouTube

YouTube ist die Top-Plattform für Video-Content und sollte auch in deiner Social Media Recruiting Strategie nicht fehlen. Das Team von Hubspot hat herausgefunden, dass der Videokonsum in den vergangenen zwei Jahren noch einmal enorm angestiegen ist:

„Im letzten Jahr wurden insgesamt 12,2 Mrd. Minuten lang Videos angesehen – das entspricht 23.211 Jahren.”

Hubspot, „Nicht noch ein 08/15 Marketingbericht“ 2021

Damit du mit deinen Employer Branding Videos auch auf YouTube erfolgreich Social Media Recruiting betreiben kannst, haben wir einige Tipps für dich:

  • Deine Videos sollten so authentisch wie möglich sein. Binde daher deine Mitarbeiter:innen mit ein und verzichte auf professionelle Schauspieler:innen.
  • Achte darauf, dass dein Video-Content professionell produziert wird und investiere in gutes Equipment.
  • Du kannst auf YouTube auch bezahlte Werbeclips vor anderem Video-Content platzieren. So ist dir ein großes Publikum sicher.
  • Investiere genügend Zeit in die Konzeption deiner Videos. Sind während des Drehs oder der Postproduktion noch Fragen offen, kann sich die Produktion erheblich verzögern.
  • Biete deinen Mitarbeiter:innen Kameratraining an, um ihnen die Scheu vor ihrem Auftritt in dem Recruiting-Video zu nehmen.

6. Twitter

Twitter verzeichnet in Deutschland zwar vergleichsweise wenige Nutzer:innen, doch laut Barbara Braehmer solltest du Twitter dennoch in deine Social Media Recruiting Strategie aufnehmen:

„Twitter ist als soziales Netzwerk keine Stand-alone-Lösung, sondern funktioniert im Verbund mit anderen Offline- und Online-Recruiting-Maßnahmen und muss mit dem Social-Recruiting-System abgestimmt, in das System eingeplant und eingebunden werden.”

Barbara Braehmer

Auch bei Twitter gibt es einige Besonderheiten, die du beachten solltest, wenn du die Plattform für dein Social Media Recruiting nutzen möchtest:

  • Twitter eignet sich in erster Linie, um Multiplikator:innen wie Influencer:innen oder Journalist:innen zu erreichen. Wenn du dich hier geschickt positionierst, wird dein Tweet eventuell von anderen Medien aufgegriffen und du erhöhst deine Reichweite.
  • Fasse dich kurz. Tweets müssen sehr kurz gehalten werden und sind auf 280 Zeichen begrenzt. Daher ist es sinnvoll, vorab zu üben, sie nicht zu überschreiten.
  • Verwende Hashtags, die aktuell in den Trends auftauchen. So sind deine Chancen höher, dass der Tweet gesehen wird.
  • Behalte die aktuelle Entwicklung im Auge und folge Vertreter:innen deiner Branche, um in relevante Themen einsteigen zu können.
  • Verwende Bilder und eingebettete Links in deinen Tweets. Sie erhalten in der Regel mehr Aufmerksamkeit.

In 3 Schritten Social Media Recruiting starten

Um dir einen konkreten Anhaltspunkt zu geben, wie du nun mit Social Media Recruiting starten kannst, stellen wir dir die Vorgehensweise in 3 Schritten vor:

1. Social Media Recruiting: Planung

Zu Beginn des Social Media Recruiting Prozesses steht die Analyse: Dabei schaust du dir deine Personalbedarfsplanung und die Ziele im Recruiting an. Analysiere darauf basierend die Zielgruppe, die du erreichen möchtest, um deine offenen Positionen in Zukunft zu besetzen. Dazu gehört auch, herauszufinden, welche Social Media Plattform bei der Zielgruppe besonders beliebt ist.

Zur Analyse der IST-Situation gehört auch eine Bestandsaufnahme dessen, was bisher auf allen Social Media Kanälen von deinem Unternehmen geschieht und was der Wettbewerb macht.

Weiterhin kannst du dir die verschiedenen Social Media Plattformen und sozialen Netzwerke genauer anschauen. Welche Tools werden zur Steuerung benötigt und was sind die Regeln und Funktionen, die geboten werden?

Ziele setzen: Als nächstes setzt du auf Basis der Analyse geeignete Ziele fest, die du mit deinem Social Media Recruiting erreichen möchtest. Sinnvollerweise sollten diese auf die übergeordneten Ziele in der Personalbeschaffung einzahlen.

Leite übergeordnete Ziele für dein Social Media Recruiting und einzelne Ziele pro Plattform und Zielgruppe ab. Ziele werden immer positiv und in der Gegenwart formuliert.

Dabei kann die Methode „smarte” Ziele helfen. Diese werden in der Regel so formuliert, dass sie spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sind.

Ein Beispiel: „In Q1 von 2022 erreichen wir 300 potenzielle Kandidat:innen, die mindestens einmal unsere Unternehmensseite auf Facebook besucht haben.”

Content-Strategie erstellen: Die Content-Strategie ist in gewisser Weise die Dokumentation dessen, was du bisher erarbeitet hast (deine Analyse und deine Ziele) in Kombination mit dem Content-Plan.

Den Content-Plan kannst du wie einen Redaktionskalender aufbauen und dort schreibst du grob fest, wann welche Inhalte wo gepostet und verteilt werden. Damit gewährleistest du eine Regelmäßigkeit, die bei Social Media Recruiting sehr wichtig ist, und stellst sicher, dass deine Ziele auch wirklich erreicht werden.

Ideen für Inhalte kannst du dir aus der folgenden Liste nehmen und auf dein Unternehmen anpassen, individualisieren oder sogar kombinieren:

  • Tipps für das Bewerbungsverfahren in deinem Unternehmen
  • Generelle Karrieretipps
  • Blick hinter die Kulissen
  • Stories von Mitarbeiter:innen (arbeite mit echten Bildern nutze die „Stories”-Funktion bei Instagram oder Facebook)
  • Neue Mitarbeiter:innen vorstellen
  • Events und Aktivitäten im Unternehmen
  • Arbeitsplätze und Bereiche vorstellen
  • Zitate
  • Jobangebote
  • Infografiken
  • Meinungen von Expert:innen
  • Gewinnspiele
  • Empfehlungen für Podcasts, Bücher oder Blogs
  • Ideen der Mitarbeiter:innen oder der Abonnent:innen

Du solltest außerdem noch folgende Punkte beachten:

  • Welche Formate möchtest du verwenden? – Texte, Bilder, Audio oder Videos, Live-Videos oder Stories?
  • Auf welchen Plattformen oder Kanälen willst du Social Media Recruiting betreiben? – Lege dich auf die Kanäle fest, die für deine Zielgruppe am wichtigsten sind.
  • Welche Verantwortlichkeiten sind wichtig? – Wer bekommt die Rechte für die Kanäle? Wer ist verantwortlich für die regelmäßige Produktion, Veröffentlichung und Kontrolle?

2. Social Media Recruiting: Umsetzung

Unternehmensprofil oder Unternehmensseite erstellen: Um nun mit deinem Social Media Recruiting starten zu können, benötigst du – wenn diese noch nicht existieren – zunächst die Unternehmensprofile oder -seiten für dein Unternehmen.

Dafür solltest du eine passende Unternehmensbeschreibung erstellen, Grafiken und Bilder für Profil- und Titelbilder sammeln sowie dein Impressum verlinken oder gegebenenfalls deine Datenschutzerklärung anpassen.

Je nach Größe und interner Struktur kann es sinnvoll sein, separate Profile für Social Media Recruiting und den allgemeinen Unternehmensbereich zu erstellen. Das ist zum Beispiel hilfreich, wenn sich die Zielgruppen aus dem Marketing stark von denen im Recruiting unterscheiden.

Als nächstes kannst du relevanten Gruppen beitreten und hier ins Gespräch eintauchen. Auf Facebook können beispielsweise auch Unternehmensseiten Gruppen beitreten. Da die meistens Gruppen zu einem bestimmten Thema erstellt werden, kannst du dir sicher sein, dass sich die aktiven Mitglieder auch wirklich für das jeweilige Thema interessieren.

Produktion und Veröffentlichung von Inhalten: Die Content-Produktion ist sehr individuell und hängt stark davon ab, welche Inhalte und Formate du für dein Social Media Recruiting geplant hast und welche Plattform du verwendest.

Hierbei kannst du dir die Unterstützung einer Agentur suchen, geeignete Mitarbeiter:innen dafür einstellen sowie dir selbst eigene Kenntnisse aneignen.

Wichtig: Verknüpfe die einzelnen Aktivitäten. Das bedeutet, verlinke deine Social Media Kanäle untereinander und auf der Karriereseite und fordere deine Kandidat:innen und Mitarbeiter:innen zum Austausch auf.

Es ist auch sinnvoll, dass du dich mit der Marketingabteilung deines Unternehmens absprichst und ihr schaut, wo sich eure Aktivitäten überschneiden oder voneinander profitieren können.

Spannende Inhalte mit vielen Informationen kannst du zum Beispiel auf einem Karriereblog veröffentlichen und dann angepasst an die jeweilige Plattform zusätzlich auf weiteren Social Media Kanälen veröffentlichen.

3. Social Media Recruiting: Kontrolle

Die Erfolgsmessung ist wichtig, um deine Aktivitäten immer weiter optimieren zu können und an die Bedürfnisse deiner Zielgruppe anzupassen. Auch kannst du so in Zukunft besser entscheiden, wie dein Recruiting-Budget eingesetzt werden soll.

Kamen die meisten Bewerber:innen über eine bezahlte Kampagne auf Facebook, aber niemand über die veröffentlichte Stellenanzeige auf Xing? Dann lohnt es sich vielleicht, genauer zu schauen, wie du dein Social Media Recruiting auf Xing verbessern kannst oder ob du den Kanal überhaupt für dich nutzen solltest.

Allerdings ist es leider nicht immer ganz so eindeutig, was zu einer guten Performance führt. Auch wenn über einen Kanal keine Bewerber:innen kommen, kann es doch sein, dass dort jemand auf das Unternehmen aufmerksam wurde.

Zur Kontrolle der einzelnen Plattformen kannst du beispielsweise diese Tools verwenden:

  • Den Werbeanzeigenmanager von Facebook oder die Seitenstatistik bei Facebook Insights
  • Das zugehörige Dashboard zur Unternehmensseite auf LinkedIn oder Xing oder die Daten unter dem einzelnen Post
  • Das Tool Google Analytics, mit dem du herausfinden kannst, auf welchem Wege die Besucher:innen auf deine Karriereseite gekommen sind

Zusätzlich solltest du dir diese KPIs genauer anschauen, um dein Social Media Recruiting zu bewerten:

  • Follower:innen oder Fans auf einer Plattform
  • Impressionen (wie oft deine Postings und Stellenanzeigen angezeigt werden)
  • Interaktionsrate (Likes, Share, Kommentare in Relation zu den Impressions)
  • CTR (Click-Trough-Rate) bei Links und Job-Postings
  • Seitenaufrufe deiner Webseite nach Quelle
  • Antworthäufigkeit in Relation zu den angeschriebenen Kandidat:innen im Rahmen des Active Sourcings

Mehr Tipps, konkrete Kennzahlen und Formeln zur Berechnung findest du in unserem Guide zum HR-Controlling. Um Daten zu sammeln und nachvollziehen zu können, über welche Kanäle dein Unternehmen gefunden wird, haben wir dir hier zusammengefasst, wie Bewerber-Tracking funktioniert und welche zwei Möglichkeiten du dabei hast.

8 Tipps für erfolgreiches Social Media Recruiting

Social Media Recruiting kann aufgrund der vielen verschiedenen Plattformen und Formate schnell kompliziert werden. Damit du mit deinem Social Media Recruiting erfolgreich bist, haben wir hier 8 Tipps für dich:

1. Kommunikation ist immer persönlich.

Die Kommunikation auf Social Media ist immer persönlich. Das heißt, häufig wirst du als Person auf direkter Ebene mit Interessierten sprechen – sei es von deinem LinkedIn-Profil aus oder über die Facebook-Unternehmensseite.

Es gilt also, vom Stil und von der Ansprache dem Ton dort gerecht zu werden. Am häufigsten wird direkt das Du verwendet und eine lockere Kommunikation gepflegt – anders als du es vielleicht von anderen Kanälen auf der Arbeit gewohnt bist.

2. Der Erste Eindruck – die Gestaltung:

Visuell ansprechende Inhalte sind die Nutzer:innen auf den verschiedenen Plattformen gewohnt – auf LinkedIn vielleicht nicht ganz so stark wie auf Instagram, aber dennoch zahlt es sich aus, ein Auge auf die Bilder und die Gestaltung zu haben.

Viele nutzen zum Beispiel Canva, Pablo, Snappa oder auch Adobe Express zur Erstellung ihrer Bilder und Grafiken.

3. Authentizität ist das A und O.

Stockfotos und langatmige Texte über die Werte des Unternehmens funktionieren hier nicht. Nutze echte Fotos aus dem Unternehmen, binde Mitarbeiter:innen ein und frage sie nach ihren Ideen.

4. Inspiration und Ideen sammeln.

Inspiration für dein Social Media Recruiting kannst du dir auch von deinen bisherigen Maßnahmen holen. Was hat hier gut funktioniert? Was fanden Bewerber:innen besonders ansprechend? Schau dich auch beim Wettbewerb um. Was machen andere? Was gefällt dir daran? Du kannst dabei auch in anderen Branchen oder bei klassischen Marketingkampagnen schauen und dir dort spannende Ideen notieren.

5. Expertise nutzen.

Du kannst Expert:innen hinzuziehen, diedich bei der Planung und der ersten Umsetzung unterstützen.

Je nachdem welche Maßnahmen du dir vorstellst – von der kompletten Recruiting-Kampagne über erste Einblicke ins Unternehmen oder das Posten der Stellenanzeigen auf Social Media – solltest du den Aufwand und die benötigten Kenntnisse nicht unterschätzen.

Jeder Social Media Kanal hat seine eigenen Regeln und Funktionsweisen. Die Kommunikation sollte hier immer kanalspezifisch angepasst sein und bei Anfragen und vor allem bei der Kontaktaufnahme im Active Sourcing sollten kurze Antwortzeiten eingehalten werden.

6. Rollen und Rechte verteilen.

Je nach Plattform kannst du unterschiedliche Admin- und Bearbeitungsrechte vergeben. Ein häufiges Problem ist, dass die Basis für die Nutzung eines Social Media Unternehmensprofil häufig ein privater Account ist. Ohne den geht es nicht. Nur mit dem privaten Account kann dann eine Unternehmensseite angelegt werden.

Nicht selten kommt es aber vor, dass Mitarbeiter:innen sich nicht mit ihrem privaten Account auf der Arbeit einloggen möchten oder sollen, sodass neue Accounts angelegt werden. Wechselt ein Mitarbeiter:innen das Unternehmen gehen häufig Login-Daten verloren. Deshalb ist es für erfolgreiches Social Media Recruiting wichtig, dass du dich von Beginn an mit der Rechteverwaltung der einzelnen Plattformen auseinandersetzt und diese klar strukturierst.

7. Freigabeprozesse effizient halten.

Ein ebenso häufiges Problem, das die effektive Nutzung von Social Media für das Recruiting behindert, ist ein komplizierter Freigabeprozess. Muss ein Post erst umständlich über mehrere Kolleg:innen freigegeben werden, erschwert das die flexible Kommunikation und ist nicht im Sinne der schnelllebigen Informationsverteilung, die auf Facebook und Co üblich sind.

8. Daten übernehmen.

Es spart dir viel Zeit, wenn deine Accounts auf Social Media an deine eigenen Tools angebunden sind. So verhinderst du, dass du die Daten der gewonnenen Bewerber:innen mühsam in dein Bewerbermanagementsystem übertragen musst. Klickt ein Bewerber oder eine Bewerberin bei einem Jobangebot auf LinkedIn auf „Bewerben”, landet er direkt als Kandidat bzw. Kandidatin in deinem Bewerbermanagementsystem – so sieht ein effizienter Social Media Recruiting Prozess aus und sollte mit deiner Software möglich sein.

Was kostet die Einführung von Social Media Recruiting?

Es wird oft damit geworben, dass Social Media Recruiting im Vergleich zu herkömmlichen Recruiting-Kanälen besonders kostengünstig ist, da für die Nutzung der Plattformen an sich keine Gebühren anfallen.

Da Job Ads auf LinkedIn beispielsweise per Klick bezahlt werden, kann es tatsächlich sein, dass du pro Stellenanzeige auf geringere Kosten kommst. Doch je nachdem was du für dein Social Media Recruiting geplant hast, solltest du nicht unterschätzen, welche versteckten Kosten noch auf dich zukommen.

Achtung!

Der Service „Facebook Jobs" existiert seit dem 22.02.2022 nicht mehr in der EU und in weiten Teilen der Welt. Arbeitgeber:innen können den Service nur noch in den USA und in Kanada nutzen.

Die eigenen Stellenanzeigen können noch bis zum 27.03.2022 mithilfe des allgemeinen Facebook Download-Services aus der Datenbank entfernt werden.

Mehr Informationen findest du hier.

Die Kommunikation mit Bewerber:innen auf den Plattformen, die Beantwortung von Kommentaren, das Buchen und Ausspielen der Postings und Werbeanzeigen für offenen Stellen – all das erledigt sich nicht von alleine. Deshalb solltest du für deine Budgetplanung die folgenden Aspekte beachten, die deine individuellen Kosten beeinflussen:

  • Anzahl der Mitarbeiter:innen, die intern Social-Media-Aktivitäten planen und steuern, und deren Arbeitszeit
  • Kosten für die mögliche Buchung von externen Agenturen für:
    • die Content-Produktion (Gestaltung und Umsetzung von Social-Media-Posts, -Beiträgen, -Bildern etc.)
    • das Active Sourcing
    • das Multiposting der Stellenanzeigen auf verschiedenen Plattformen und in Gruppen beziehungsweise Mediaplanung
    • die komplette Übernahme des Social Recruitings als Dienstleistung
  • tatsächliche Kosten für bezahlte Ads und Stellenanzeigen (meist per CPC, Cost-per-Click)

Auf Social Media Recruiting solltest du nicht verzichten

Mit Social Media Recruiting kannst du Bewerber:innen sowie passive, potenzielle Kandidat:innen erreichen und auf dein Unternehmen als Arbeitgeber:in aufmerksam machen.

Neben dem direkten Social Recruiting (oder auch Active Sourcing genannt), bei dem du Personen direkt kontaktierst, kannst du dein Unternehmensprofil im Rahmen des Employer Brandings aufbauen oder Recruiting-Kampagnen auf den Plattformen schalten.

Entwickle eine Strategie für dein Social Media Recruiting und bleib auch bei der Umsetzung dran, denn nur durch eine konsequente Umsetzung mit fest eingeplanten Kapazitäten für das Social Media Recruiting, wirst du die Methode erfolgreich nutzen können.

Social Media Recruiting leicht gemacht mit Multiposting

Du möchtest durch Social Media Recruiting die Reichweite deiner Stellenanzeigen erhöhen? Mit Multiposting kannst du deine Jobangebote schnell und einfach auf allen Recruiting-Kanälen deiner Wahl verteilen. Dazu gehören Premium-Jobbörsen genauso wie Social Media Plattformen.

Wir helfen dir dabei, deine Recruiting-Kampagne auf Social Media zum besten Preis zu verwirklichen. Workwise vergleicht für dich die Preise von 150 Recruiting-Kanälen. So sparst du mithilfe von Multiposting nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

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Veröffentlicht am 24.12.2021, aktualisiert am 30.09.2022

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