HR-PraxisPfeil rechts SymbolPersonalsuchePfeil rechts SymbolActive Sourcing – Definition, Methoden und rechtliche Aspekte

Active Sourcing – Definition, Methoden und rechtliche Aspekte

Offene Stellen, die beispielsweise aufgrund des Fachkräftemangels schwer zu besetzen sind, sorgen für hohe Einstellungskosten. Die Lösung: Bewerber:innen sichern, bevor es die Konkurrenz macht – und bevor sie sich überhaupt bei dir beworben haben. Geht das? Ja, mit Active Sourcing.

Es gibt unzählige Kanäle und Weisen für Active Sourcing. Vor allem durch zunehmende Onlinekanäle. Da weiß man gar nicht, wo man beginnen soll. Zudem kann auch Active Sourcing hohe Kosten verursachen.

In diesem Artikel erfährst du, was Active Sourcing ist, welche Methoden und Kanäle es gibt und welche Vorteile und Herausforderungen (auch rechtlich) es mit sich bringt. Wenn du aktuell wenig Ressourcen für Active Sourcing übrig hast, ist das auch kein Problem, denn wir haben Tipps und Tricks auf Lager wie du Active Sourcing kostengünstig umsetzen kannst.

Inhalt

Was ist Active Sourcing? Definition und Ziele

Active Sourcing ist laut Definition die aktive Suche, Ansprache und Bindung von besonders qualifiziertem Personal an das eigene Unternehmen. Sprich: Statt darauf zu hoffen, dass Interessierte auf dich zukommen und sich bewerben, machst du vielversprechende Talente auf dem Arbeitsmarkt ausfindig, kontaktierst diese und versuchst sie für dein Jobangebot zu begeistern.

So können passive Kandidat:innen (das heißt, Personen die nicht aktiv auf Jobsuche sind), aber auch Jobsuchende, die die Stellenanzeige möglicherweise nicht gefunden hätten, angesprochen werden.

Erfolgreich ist dein Active Sourcing, wenn es dir gelingt, eine Bindung zu einem Talent aufzubauen und dieses langfristig an dein Unternehmen zu binden. Hierbei solltest du versuchen, bereits frühzeitig Kontakt zu interessanten Kandidat:innen aufzunehmen. So kannst du im besten Fall nicht nur Interesse wecken, sondern sogar verhindern, dass zu der Konkurrenz gewechselt wird. Zudem bietet dir dieser Recruiting-Ansatz die Möglichkeit, nicht nur aktuell offene Stellen optimal zu besetzen, sondern ebenfalls die Chance, ein Netzwerk von potenziellen Mitarbeiter:innen aufzubauen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Zusätzlich gibt es den Nebeneffekt, dass du mit Active Sourcing die Bekanntheit deines Unternehmens steigerst.

Welche Methoden und Kanäle du nutzen kannst, um Talente ausfindig zu machen, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Active Sourcing funktioniert auch bei Führungs- und Spezialkräften, man spricht dabei allerdings von Executive Search. Hier gibt es ein paar Besonderheiten, die wir dir in Executive Search – Einfach erklärt vorstellen.

Eine andere Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Talente für dein Unternehmen zu finden: Reverse Recruiting. Hierbei bewirbst du dich als Unternehmen bei den Kandidat:innen. Erfahre jetzt mehr darüber.

 

Active Sourcing als Service

Workwise bietet, neben dem erfolgsbasierten Recruiting, auch Active Sourcing an. Der Prozess, wie wir passende Angestellte für dich finden, ist individuell auf dein Unternehmen angepasst. In einem Erstgespräch werden Bedarf und Rahmenbedingungen von Unternehmensseite festgelegt. Dabei ist uns Transparenz im gesamten Prozess wichtig.

Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen und stehen im regelmäßigen Austausch, um die Stelle auch wirklich passend zu besetzen. Oft kennen unsere Account Manager das Unternehmen und seine Philosophie schon seit Jahren. Durch diese Nähe zu Kunden finden wir Menschen, die sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene passen.

Mehr über Active Sourcing bei Workwise erfährst du in einem unverbindlichen Telefongespräch, das du hier buchen kannst. Wenn du schon bei Workwise registriert bist, wende dich an deinen persönlichen Ansprechpartner. Dieser kennt dein Unternehmen bereits und zusammen findet ihr das passende Modell für dein Active Sourcing.

 

Methoden im Active Sourcing

Active Sourcing gehört – wie der Name schon vermuten lässt – zu den aktiven Methoden im Recruiting. Klassische Methoden wie Stellen- oder Imageanzeigen sind grundsätzlich passiv ausgelegt und für Active Sourcing uninteressant. Das heißt aber nicht, dass du auf diese verzichten solltest.

Stattdessen wollen wir die Frage beantworten, wie du diesen „aktiven Recruitingprozess" am besten angehst und umsetzt – schließlich kannst du dich ja schlecht täglich auf die Lauer legen und Jagd auf neue Talents machen.

Die Grundlage im Active Sourcing basiert darauf, dass du weißt, wer deine Zielgruppe ist und wo sie sich aufhält. Stelle dir dabei folgende Fragen, recherchiere sie und frage nach:

  • Was sind die Interessen der gefragten Personen?
  • Was sind wichtige Themen für sie?
  • Was sind die Bedürfnisse hinsichtlich der Jobsuche und des Unternehmens?

7 bewährte Methoden im Active Sourcing:

  1. Talent Pools: Aufbauen von Karriere-Communities. Hier finden sich alle Talente wieder, die bereits in Verbindung zu deinem Unternehmen stehen – wie Talente, die aufgrund ihres Qualifikationsprofils für dich interessant sind. Also dein persönlicher Vorrat an passenden Angestellten aus dem du zukünftig schöpfen kannst. Erfahre hier mehr darüber, wie du deinen eigenen Talent Pool aufbaust.

    Alternativ kannst du auch den Talentpool von Workwise nutzen. Denn wenn du bei uns Kandidat:innen suchst, steht dir unser Talentpool kostenlos zur Verfügung. Dafür musst du dich einfach nur bei uns registrieren.

  2. Profile Mining: Suchen von Talenten auf Karriereplattformen. Hierbei suchst du gezielt nach relevanten Qualifikationsprofilen und Schlagwörtern, beispielsweise über den LinkedIn Recruiter oder Xing Talentmanager. Hast du interessante Profile gefunden, kannst du dir diese genauer ansehen, sortieren und kontaktieren.

  3. CV Database Search: Durchforsten von Lebensläufen. Ganze Lebensläufe können hierbei auf Lebenslaufdatenbanken, Jobplattformen oder über Google gefunden und analysiert werden. Auch bei Workwise hast du die Möglichkeit, basierend auf deinem Stellenangebot, Lebensläufe der Kandidat:innen zu durchsuchen.

  4. Referral Sourcing: Fokussieren auf Netzwerke innerhalb deines Talent Pools. Recruiter schauen sich bei dieser Methode vor allem Kontakte bereits rekrutierter Talente an. Hier ist die Chance besonders hoch, jemanden zu finden, der ein ähnliches Qualifikationsprofil mitbringt und ebenfalls interessant ist. Weit verbreitet sind im Referral Sourcing auch „Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter“-Kampagnen.

  5. Harvesting: Systematisches Abarbeiten von Karriereplattformen. Hierbei wird ein einzelner Kanal systematisch auf eine speziell gewünschte Qualifikation abgesucht und komplett „abgeerntet“. Aufwendig, aber sinnvoll – besonders wenn du eine ganz bestimmte Qualifikation oder Fähigkeit suchst und niemanden übersehen willst.

  6. Boolesche Suche: Anwenden von komplexen Suchbefehlen. Gibst du deinen Suchbegriff zusammen mit den sogenannten Booleschen Operatoren in Suchmaschinen oder Suchmasken von Jobbörsen ein, bekommst du exakte und differenzierter Ergebnisse – eine effiziente Alternative, die dir letztendlich Zeit spart.

  7. Karriereseite: Erstellen und kontinuierliches Pflegen einer Karrierepage. Ganz simpel und gefühlt älter als das Rad, dennoch wird das Potenzial dieser Active Sourcing Methode von vielen nicht vollends ausgeschöpft. Denn eine gewöhnliche „Karriere bei XY“-Seite tut es schon lange nicht mehr. Es muss dir gelingen, eine Art Community aufzubauen und Interessierten einen echten Mehrwert zu bieten. So schaffst du es im besten Fall, Kandidat:innen direkt an dein Unternehmen zu binden und vorab für dich zu „reservieren“.

Die Karriereseite muss nicht unbedingt Teil deiner Webseite sein. Es ist meist sogar sinnvoller, diesen Bereich in die sozialen Medien zu verlagern. Hier ist dein Gegenüber eher auf Beziehungen und persönliche Interaktionen eingestellt, sodass der Aufbau einer Community meist viel erfolgreicher ist.

Bei Workwise hast du auch die Möglichkeit ein Unternehmensprofil zu erstellen. Unsere Account Manager helfen dir dabei, diese so ansprechend wie möglich zu gestalten.

Nachdem du jetzt die wichtigsten Methoden kennst, möchten wir dir nun die dazugehörigen Kanäle zeigen – manche von ihnen werden dich bestimmt überraschen.

Typische Active Sourcing Kanäle

Die sogenannte „Direct Search“, also die direkte Suche nach passenden Arbeitskräften wird zwar aktuell verstärkt online betrieben, dennoch gibt es auch einige effektive Offline-Kanäle, die nicht zu vernachlässigen sind.

Die wichtigsten Online-Kanäle sind:

  • Social Media Kanäle
    z.B. Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, YouTube

  • Messenger:
    z.B. Slack, WhatsApp

  • Blogs und Foren
    z.B. Reddit

Diese Kanäle sind eher informell, bieten dir aber interessante Möglichkeiten im Hinblick auf Social Media Recruiting. So sind bei Facebook oder Instagram jeden Tag hunderte Millionen User aktiv und somit eine ganze Menge interessanter Talente unterwegs. Allerdings trennen viele Menschen ihre Freizeit von Beruflichem. WhatsApp, Snapchat und YouTube sind daher eher nicht so gut fürs Recruiting geeignet wie manche andere Kanäle. Vermeide es deshalb, zu auffällig für dein Unternehmen zu werben. Erwähne es an passenden Stellen nebenbei und baue lieber erst einen guten Kontakt zu interessanten Kandidat:innen auf. Alles andere ergibt sich von selbst. Also hab Geduld!

  • Soziale Karrierenetzwerke
    z.B. Xing, LinkedIn und Business-Network-Plattformen anderer Länder

Hierbei handelt es sich um Plattformen, auf denen Talente ihren beruflichen Werdegang darstellen. Du kannst Profile anschauen, dir ein Netzwerk aufbauen, Gruppen beitreten aber auch relevante Kandidat:innen direkt kontaktieren und somit eine Bindung aufbauen. Es lohnt sich zudem, auch mal über den Tellerrand der deutschen Plattformen zu schauen – besonders wenn du auch international suchst.

  • Lebenslaufdatenbanken
    z.B. StepStone, Monster, Indeed

  • Suchmaschinen
    z.B. Google, Bing

Lebenslaufdatenbanken zu durchforsten oder Open Web Search über Google zu betreiben kann ebenfalls äußerst hilfreich sein. Hierbei solltest du jedoch darauf achten, deine Suche spezifisch und differenziert zu gestalten, um nur relevante Ergebnisse zu erhalten. Grenzt du deine Suche nicht entsprechend ein, wird es sehr aufwendig aus der Masse an Resultaten die wesentlichen herauszusuchen. Nichtsdestotrotz kann eine gezielte Suche viel Zeit sparen.

  • Anzeigenwebseiten
    z.B. Ebay Kleinanzeigen

Auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen besteht ebenfalls die Möglichkeit, Anzeigen aufzugeben, ein umfassendes Unternehmensprofil anzulegen und mit potenziellen Arbeitskräften in Kontakt zu treten. Insbesondere für Branchen wie Produktion und Logistik, im Bereich Pflege und Gesundheit oder für Nebenjobs jeder Art, eignen sich solche Anzeigenwebseiten hervorragend.

  • Branchenspezifische Plattformen
    z.B. Stack Overflow, GitHub, Google Scholar

Diese Seiten sind natürlich nur dann relevant für dich, wenn du jemanden aus einer ganz bestimmten Fachrichtung (z.B. Softwareentwicklung) suchst. Dann aber hast du gute Chancen – schließlich triffst du die Person in ihrem gewohnten und geliebten (Arbeits-)Umfeld an. Und als Bonus kannst du dir schon gleich die Arbeiten ansehen und dir ein Bild von den Fähigkeiten machen.

Relevante Offline-Kanäle im Direct Sourcing sind:

  • Job- und Karrieremessen
  • Informationsstand bei passenden Konferenzen

Diese Kanäle haben den Vorteil, dass du dein Unternehmen optimal vorstellen kannst und sich dir die Gelegenheit bietet, vor Ort Kontakt zu interessanten Personen aufzunehmen. Auch Rückfragen von Talenten, welche im Gespräch aufkommen, kannst du sofort und im nötigen Umfang beantworten. Zudem ist es durch den persönlichen Kontakt leichter, eine Bindung zu deinem Gegenüber aufzubauen und einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Wie du bereits gesehen hast, stehen dir unzählige Methoden und Rekrutierungskanäle zur Verfügung um dein Active Sourcing zu gestalten. Also gleich mal loslegen, oder?

Vorsicht! Du solltest dir erst überlegen, ob Active Sourcing für dich überhaupt ziel bringend ist. Denn obwohl es sich nach der optimalen Methode der Personalbeschaffung anhört, birgt sie auch einige Schattenseiten.

Die Implementierung von Active Sourcing in deinem Unternehmen ist zu Beginn oft mit hohem Aufwand verbunden und kostet viel Zeit. Dir müssen zudem die nötigen Ressourcen zur Verfügung stehen, um Active Sourcing nachhaltig betreiben zu können.

Personalvermittler übernehmen für dich das Active Sourcing und sind wegen der Spezialisierung auf diesen Bereich meist erfolgreich.

4 Tipps für ein erfolgreiches Active Sourcing

Hast du dich für Active Sourcing entschieden, wirst du etwas Zeit brauchen, um reinzukommen und Erfahrungen zu sammeln. Dass es da nicht von Anfang an rund läuft, ist klar. Damit du aber bestens vorbereitet bist, haben wir 4 Tipps für ein erfolgreiches Active Sourcing gesammelt.

1. Individualisierung

Die Individualisierung der Ansprache ist von großer Bedeutung. So erkennt der Nutzer, dass es sich nicht um Spam handelt und du ein echtes Interesse an einem Austausch hast.

Wichtig: Verbreite keine überlangen Massenmails, sondern passe jede Nachricht individuell an. Was macht die Person zu einem Talent für dich? Ist diese offen für ein Jobangebot oder gerade schon versorgt?

Schaue dir dazu das Profil genau an und verwende ähnliche Begriffe, wie die Person in ihrem Profil, oder gehe auf ihre Erfahrungen und Interessen ein. Betone die Vorteile des Individuums und zeige, warum das Unternehmen perfekt dazu passt.

Um noch mehr zum Wechseln zu motivieren, zeige den Kandidat:innen besondere Benefits auf, die sie im Unternehmen erwarten.

2. Qualität

Verwende die richtige Anrede und den richtigen Namen. Das mag einfach klingen, aber hier passieren die häufigsten Fehler, wenn die Sorgfalt nachlässt.

Schreibe die wichtigsten Informationen für Interessierte in den ersten Satz. Stelle kurz dein Unternehmen vor und beschreibe die Stelle. Es ist nicht sinnvoll, die komplette Stellenausschreibung in das Anschreiben zu kopieren, beschreibe nur so viel, dass keine Informationslücken zu wichtigen Inhalten aufkommen.

Call-to-Action: Häufig werden Personen angeschrieben, die dann keine Handlungsaufforderung vermittelt bekommen, wenn sie Interesse haben. Es ist wichtig, genau zu wissen, was als Nächstes passieren soll, nachdem die Kontaktanfrage angekommen ist.

wenige, sehr passende Menschen im Active Sourcing Prozess zu legen.

Fokussierst du dich auf wenige aber passende Kandidat:innen, kannst du auch nach etwa zwei Tagen ein höfliches Follow-Up schicken und nachfragen, ob die Person deine Nachricht erhalten hat und dein starkes Interesse noch einmal vermitteln.

3. Authentizität

Als Vertreter des Unternehmens solltest du passend zur Arbeitgebermarke kommunizieren und deine Sprache sowie den Tonfall daran anpassen. Natürlich kannst und sollst du dabei auch beachten, wie die Kommunikation auf der Plattform generell funktioniert.

Das Unternehmen, für das du suchst, sollte genannt werden. Wenn die Anfrage gut gemacht ist und die Person eine reale Chance sieht, dass hier eine interessante Job-Möglichkeit wartet, wechselt sie auch nicht zur Karrierewebseite oder beendet das Gespräch.

Das heißt, du kannst auch Transparenz und Authentizität zeigen, wenn du Active Sourcing im Auftrag anderer betreibst.

4. Nachhaltigkeit

Wie bereits erklärt, ist es wichtig, Talente nach dem Erstkontakt “im Loop” zu halten. Biete alle hilfreichen und nötigen Informationen an, die erfragt werden und erkundige dich auch regelmäßig nach dem Stand der Bewerbung, falls du die Person an jemanden “weitergegeben” hast.

Der Aufbau eines Talent Pools bietet ebenfalls ein großes Potenzial. Hat eine angeschriebene Person derzeit kein Interesse, solltest du den Kontakt aufrechterhalten, wenn dein Gegenüber das auch will.

So kannst du nach und nach ein ganzes Netzwerk bzw. deinen Talent Pool aufbauen und bei neuen Stellen auf Talente zurückgreifen.

Erfahre hier, wie du mit Active Sourcing beginnen – und wie du Kandidat:innen überzeugen kannst

Vor- und Nachteile von Active Sourcing

Bevor neue Methoden in den Prozess des Recruitings eingebaut werden, solltest du dir ganz sicher sein, dass sich der Aufwand lohnt. Hierbei hilft es, dir die Pros und Contras genau anzusehen und abzuwägen: Warum willst du Active Sourcing betreiben und inwiefern unterstützt das deine Unternehmensziele?

Nachteile

  • Zu Beginn nimmt Active Sourcing viel Zeit in Anspruch, um die richtigen Kanäle für die jeweiligen Zielgruppen ausfindig zu machen.
  • Active Sourcing ist nicht mal eben so gemacht, sondern stellt eine Herausforderung für dein HR-Team dar, die du personell und finanziell stemmen musst.
  • Du musst dein HR-Team gegebenenfalls umstrukturieren und je nach Größe des Unternehmens eine eigene Stelle für das Active Sourcing schaffen
  • Active Sourcer sollten (psychologisch) geschult und weitergebildet werden, um möglichst objektiv an die Vorauswahl zu gehen.

Vorteile

  • Active Sourcing Kanäle differenzieren sich immer weiter aus, sodass es immer spezifischere Kanäle für eine gezielte Kandidatenansprache gibt.
  • Zur Besetzung von schwer vermittelbaren Stellen ist Active Sourcing günstiger und effizienter als klassische Stellenanzeigen.
  • Du triffst beim Suchen von Talenten eine Vorauswahl der Kandidat:innen. Dadurch hast du einen geringen Streuverlust und weniger Aufwand bei der Auswahl.
  • Gibst du deinem Team den Freiraum für die notwendigen Veränderungen, ist Active Sourcing eine vielversprechende Möglichkeit hochqualifizierte und begehrte Talente zu finden.

Erst wenn du abwägen kannst, ob sich Active Sourcing für dich lohnt, solltest du die hierfür notwendigen Schritte hin zur Veränderung einleiten. Dabei kann es auch helfen die Methoden im Vorhinein erstmal zu testen und dann zu entscheiden.

Wenn du Kandidat:innen über Workwise suchst, steht dir unser Active Sourcing Service zur Verfügung. Das heißt, du hast die Möglichkeit Active Sourcing zu nutzen, ohne dein Team vorher dafür ausbilden zu müssen und ganz ohne Risiko.

Bisher konnten wir im Schnitt jedes abgeschlossene Projekt besetzen. Betrachtet man alle offenen und abgeschlossenen Projekte liefern wir pro Projekt ca. 7 hochqualifizierte Bewerber in unterschiedlichen Branchen: Consulting, IT, Controlling, Projektmanagement

Cosima Höflacher, Teamleiterin Active Sourcing

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Weitere Tipps, wie du – abgesehen von Active Sourcing – möglichst effizient passende Arbeitskräfte findest, findest du hier.

FAQs zum Active Sourcing

Welche Software eignet sich für das Active Sourcing?

 

  • LinkedIn-Recruiter und XING-Talentmanager: Die beiden Tools sind am bekanntesten und haben Zugriff auf die jeweiligen User der Plattformen.
  • Talerio: Hier findest du 233.463 Talente (nach eigenen Angaben), die dort anhand ihrer Profile durchsuchbar sind und dir automatisiert zu deiner eingestellten Stellenanzeige angezeigt werden.
  • Talentwunder: Auf dieser Plattform hast du Zugang zu über 1 Mrd. Profilen, um deine Kandidat:innen zu identifizieren.
  • Business4experts: Dieses Unternehmen hat sich auf hochqualifizierte Fachkräfte mit mindestens 15 Jahren Berufserfahrung spezialisiert. Dort lassen sich die Profile für deine Positionen der höheren Karrierelevels besetzen.
  • inga: So heißt das vollautomatisierte Active-Sourcing-Angebot, das per Chatbot auch noch die erste Kontaktanfrage übernimmt. Auf Kandidatenseite bewirbt das Unternehmen, das hinter inga steckt, die schnelle Bewerbung per Chat, bei der lediglich eine Kurzbewerbung notwendig ist.
  • Workwise: Unsere Plattform bietet einen individuellen Service und hat dabei neben dem eigenen Pool ein exklusives Netzwerk an Kooperationen.

 

Wie kannst du Active Sourcing lernen?

 

Die Herausforderung im Active Sourcing ist eindeutig: Die Voraussetzungen ändern sich stetig. Neben den individuellen Ansprüchen der Zielpersonen ändern sich auch die Plattformen, Kanäle und deren Funktionsweise.

Das heißt, ein Kurs oder ein Webinar im Active Sourcing ergibt nur Sinn, wenn du vorhast, auch am Thema dranzubleiben. Oder anders gesagt, reicht es eben nicht, einmal ein Seminar zu besuchen und dich dann nicht mehr über Neues zu informieren.

Möchtest du dich weiterbilden, haben wir einen kostenlosen Active-Sourcing-Kurs für dich

 

Wie schreibst du eine Suchanfrage im Active Sourcing?

 

Anhand der Eingabe bestimmter Suchparameter in Suchmaschinen kannst du deine Suche perfekt eingrenzen und abstimmen. Solche Suchketten werden auch als Strings bezeichnet.

Vor allem, wenn du Menschen mit sehr speziellen Kenntnissen suchst, bietet es sich an, mit solchen Suchparametern die Suche einzuschränken.

Wie genau das funktioniert kannst du in unserem Artikel dazu nachlesen: Boolesche Suche im Recruiting

Testen, testen, testen. Um im Active Sourcing passende Arbeitskräfte über Suchmaschinen zu finden, solltest du deine Suchbegriffe, die Verwendung der Boolean Search und der X-Rays kennenlernen und variieren, um als Sourcer auf allen Plattformen die extrem komplexen algorithmischen Tools steuern zu können.

 

Experteninterview: Rechtslage im Active Sourcing

Bei der Direktansprache gibt es einige rechtliche Beschränkungen. Aber du musst deswegen nicht auf Active Sourcing verzichten. Um die rechtlichen Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, haben wir mit den Rechtsanwälten Dr. Patrick Mückl und Dr. Christoph Rieken von der Kanzlei Noerr gesprochen. Im Interview wurden Fragen geklärt wie:

  • Wann ist Active Sourcing erlaubt und was hat das mit Wettbewerbsrecht zu tun?
  • Wie dürfen potenzielle Angestellte angesprochen werden?
  • Welche Formen der Kontaktaufnahme sind besonders geeignet?

Kann man sagen, dass Active Sourcing an sich erlaubt ist?

Grundsätzlich ist Active Sourcing erlaubt, allerdings müssen ein paar Spielregeln eingehalten werden.

Hier kommt auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb ins Spiel. Warum das UWG?

Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) bezweckt u.a. den Schutz der Marktteilnehmer:innen vor einer unangemessenen Beeinträchtigung ihrer privaten bzw. geschäftlichen Sphäre. Diese Sphäre wird bei potenziellen Mitarbeiter:innen beeinträchtigt, wenn eine geschäftlich handelnde andere Person sie unaufgefordert oder sogar gegen ihren Willen mit ihren eigenen geschäftlichen Belangen anspricht und dadurch stört - unabhängig davon, ob dadurch „nur“ ihre Ruhe gestört wird oder bei ihrer aktuellen Beschäftigung.

Bei anderen Unternehmen auf Mitarbeitersuche zu gehen, ist aber kein Problem, solange nur einzelne potenzielle Kandidat:innen mit konkreten Jobangeboten angesprochen und dabei zwei Grundregeln eingehalten werden: Die Ansprache ist von den Angestellten ausdrücklich erwünscht oder die zulässigen Kommunikationswege werden eingehalten.

Gilt das auch für Studierende, die in dem Sinne nicht arbeitstätig sind?

Auch außerhalb des Anwendungsbereichs des UWG kann unerwünschte Kommunikation jedenfalls Ansprüche der potenziellen Kandidat:innen gegen eine rechtswidrige Beeinträchtigung der Privatsphäre begründen.

Woran muss sich ein Recruiter halten, wenn er sich im erlaubten Rahmen bewegen will?

Die Ansprache von Personen mittels eines klassischen Briefes ist unproblematisch.

Die telefonische erste Ansprache von individuell ausgewählten Arbeitskräften ist grundsätzlich zulässig, sollte nach Möglichkeit jedoch kurz gehalten werden und auf keinen Fall belästigend sein.

Bei Social Media, also bei Ansprache via Chat oder privater Nachricht, bedarf es einer vorherigen Einwilligung. Eine angenommene Kontaktanfrage (Kontakt, Freund, Follower etc.) ist noch keine Einwilligung in die Kontaktaufnahme durch den Recruiter. In der Praxis wird der Kontakt dennoch häufig auf diese Weise angebahnt – allerdings befinden sich Recruiter hier allenfalls in einer Grauzone. Gerichtlich ist das Thema noch nicht geklärt.

Wie kann/muss die Einwilligung erfolgen?

Es reicht nicht, wenn die Person auf Xing, LinkedIn oder anderen Plattformen einfach nur angemeldet ist. Damit wird nicht automatisch in eine Kontaktaufnahme eingewilligt. Gleiches gilt auch, wenn eine allgemeine Kontaktanfrage des Recruiters angenommen wird.

Anders sieht es aus, wenn Kandidat:innen auf solchen Netzwerken klar zu erkennen geben, dass sie aktiv auf Jobsuche sind. Das kann als Einwilligung gesehen werden, allerdings gibt es auch hier bisher keine gesicherte Rechtsprechung.

Wann ist Active Sourcing auf jeden Fall verboten?

Unaufgeforderte E-Mails an die private oder geschäftliche Adresse von Personen sind immer unzulässig.

Können Informationen von potenziellen Arbeitskräften einfach recherchiert werden?

Ja, das geht, allerdings sollten alle der folgenden Punkte zutreffen:

  • Beschränkung auf berufsrelevante Daten
  • Berechtigtes Interesse des Unternehmens an diesen Daten
  • Kein überwiegendes entgegenstehendes Interesse auf Seite der Kandidat:innen
  • Die relevanten Daten sollten eindeutig selbst öffentlich zugänglich gemacht worden sein, also zum Beispiel auf Xing oder LinkedIn

Hierbei sollten Recruiter auf die AGB der jeweiligen Plattform achten. Manche soziale Netzwerke verbieten es, die Informationen für die Personaldatenerhebung durch Arbeitgeber:innen zu verwenden.

Fazit

Active Sourcing gehört zum Standardrepertoire jedes Recruiters. Aktuell hat das Active Sourcing sein Revival auf Online-Plattformen und Karrierenetzwerken. Grundsätzlich solltest du dir zum Ziel setzen, Talente an dein Unternehmen zu binden. Sei das durch die Aufnahme in einen Talent Pool, oder eine direkte Einladung zum Bewerbungsgespräch.

Egal welche Methode du anwendest, vermeide typische Fehler wie zu lange Geschäftsbeschreibungen im ersten Absatz oder Massenmails.

Das ist genau worauf wir bei Workwise Wert legen, wenn wir für dich im Rahmen von Active Sourcing auf die Suche gehen: Auf die individuelle Ansprache, um dein Unternehmen aus der Masse hervorzuheben und besonders attraktiv aus Kandidatensicht zu machen. Workwise bietet Active Sourcing individuell für deine Wünsche und in enger Absprache mit dir an, sodass wir die perfekten Teammitglieder für dich finden.

Klingt interessant? Hier erfährst du mehr darüber:

So funktioniert Workwise

Veröffentlicht am 21.04.2018, aktualisiert am 03.08.2021

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